PATENSCHAFTEN

Seit einigen Jahren unterstützt die Kirchgemeinde Johannes zwei Projekte des Hilfswerks Evangelische Kirchen Schweiz (HEKS):

 

Slumschule für arbeitende Kinder, Dhaka, Bangladesh

 

Heim für Scavenger-Kinder, Nazareth, Tamil Nadu, Indien

 

  • Landwirtschaftsprojekt im zentralamerikanischen Land Honduras

 

In den vergangenen Jahren wurden jährlich rund Fr. 20'000 gespendet.

Herzlichen Dank allen SpenderInnen.

 

Spenden für das Projekt können auf folgendes Postcheckkonto überwiesen werden:

Pfarramtliche Hilfskasse, 3013 Bern, PC 30-151065-0 (Vermerk: HEKS-Patenschaftsprojekte)

 

Pfarrer Jürg Liechti gibt Ihnen gerne detailierte Auskünfte über die erwähnten Projekte.

Das Projekt in Kürze

Seit Ende 2009 unterstützt der Kindergottesdienst ein Landwirtschaftsprojekt im zentralamerikanischen Land Honduras, in dem 70 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben müssen.

Das Projekt ermutigt arme Bauernfamilien, ihre Kleinsthöfe nicht aufzugeben und in die Stadt zu ziehen, wo sie statt dem erhofften Paradies nur noch grösseres Elend antreffen würden. Landwirtschaftliche BeraterInnen zeigen den Familien, wie sie auf ihrem kleinen Stück Land, eine ausgewogene Ernährung produzieren können. Ausserdem lernen die BäuerInnen, wie das Land durch Terrassierung vor Erosion geschützt werden kann. Honduras ist nämlich infolge der Klimaveränderung in den letzten Jahren vermehrt verheerenden Stürmen ausgesetzt.

Mit relativ wenig Geld kann sehr viel bewegt werden: Nur 75 Franken sind beispielsweise nötig, um Saatgut und Knollen für eine ganze Dorfgemeinschaft bestehend aus 20 Familien zu beschaffen.

 

 

Die Angehörigen der «Lumpensammler-Kaste

», der Scavenger, verrichten Tätigkeiten,

die in Indien als unrein gelten, zum Beispiel

entsorgen sie Fäkalien und Tierkadaver. Sie

werden deswegen von der Gesellschaft ausgestossen.

Auch ihre Kinder sind verachtete

Randständige, von Geburt an dazu bestimmt,

später einmal dieselben Tätigkeiten

wie ihre Eltern auszuüben.

Im Heim der HEKS-Partnerorganisation

SACRED leben 80 Kinder aus solchen Familien,

20 mehr als im Gründungsjahr 2001. Sie

gehen zur Schule oder machen eine Ausbildung

in diversen Berufen. Sie erhalten Essen,

Unterstützung und die Gewissheit, dass sie

nicht minderwertig sind und dank Ausbildung

Chancen auf eine bessere Zukunft haben.

Auch den Eltern werden Kurse angeboten,

die sie unabhängiger machen sollen.

Im Jahr 2006 investiert HEKS 31 000

Schülerzahlen, Sparguthaben,

Baumsetzlinge: alles wächst!

Das vor sechs Jahren in der südindischen

Stadt Nazareth eröffnete Heim für Scavenger-

Kinder wird immer grösser. Waren es

zu Beginn 60 Knaben und Mädchen dieser

untersten «Lumpensammler-Kaste», die dort

aufgenommen wurden, zur Schule gingen

und somit eine Chance auf eine würdige

Zukunft

erhielten, sind es heute 92.

Mehr Kinder brauchen mehr Platz. 2005 legte

deshalb die damalige Miss Schweiz, Fiona Hefti,

den Grundstein für das neue, grössere Heim

(siehe Bericht vom letzten Jahr). Nach einem unglaublich

langen und komplizierten Lauf durch

alle Ämter – der auch so lange dauerte, weil

HEKS strikte keine «Beratungszahlungen» und

andere versteckte Zahlungen tätigt – konnten

endlich Ende August 2007, zwei Jahre nach der

Grundsteinlegung (!), mit den Arbeiten begonnen

werden. Die Verantwortlichen der HEKSPartnerorganisation

SACRED (Society for Action

and Change in Rural Education and Development)

hoffen, die neuen Räumlichkeiten Mitte

2008 einweihen zu können, falls nicht noch

zusätzliche

Hindernisse auftauchen …

Mehr Kinder kosten auch mehr. Deshalb wurde

im Januar 2007 nach Absprache mit den Eltern

das monatliche Schulgeld von 10 auf 20 Rupien

(60 Rappen oder zwei Drittel eines Taglohns) erhöht.

Eine weitere «Einnahmequelle» – neben

den Beiträgen der Patinnen und Paten – sind

Stipendien der Regierung des Bundesstaates

Tamil Nadu. Diese verfügt nämlich für 4. bis 7.-

Klässler, deren Eltern Scavenger-Arbeiten ausführen,

über einen Stipendienfonds. Nachdem

die Sozialarbeiterinnen von SACRED die nötigen

Antragsformulare besorgt und ausgefüllt und

sich bei der zuständigen Behörde immer wieder

über deren Verbleib und die Bearbeitung

erkundigten hatten, erhielten 60 SACRED-Schülerinnen

Stipendien zwischen 500 und 4200 Rupien

(150 – 1260 Franken). Ein Teil davon geht

an SACRED. Ein weiterer Beitrag der Regierung

von Tamil Nadu an Scavenger-Kinder sind acht

Velos, die Schülerinnen der oberen Sekundarklassen

nun für ihren Schulweg benutzen können.

Diese Erfolge zeigen, dass HEKS sich bemüht,

wo und wann immer möglich, den Staat

in die Pflicht zu nehmen.

Disziplin von frühmorgens bis

spätabends

Nichts geändert hat sich hingegen am streng

geregelten Tagesablauf der SACRED-Kinder.

Von morgens um 5.30 Uhr bis abends um

22.00 Uhr ist für praktisch jede Viertelstunde

vorgegeben, was sie zu tun haben, von der Körperpflege

übers Lernen und Essen bis hin zum

Abendgebet. Damit buchstäblich niemand aus

der Reihe tanzt (z.B. beim Anstehen fürs Essen

oder auf dem Schulweg) und die Kinder auch

lernen, Verantwortung für sich und die Gemeinschaft

zu übernehmen, sind sie in verschiedene

Gruppen eingeteilt.

Die Gruppen, die so klingende Vorbilder-Namen

haben wie «Mother Teresa» oder «Florence

Nightingale», sind abwechslungsweise verantwortlich

für Sauberkeit in Bad und Küche, Gartenarbeiten,

das Ausschalten nicht benötigter

Lichter und Ventilatoren und anderes mehr.

Trotz all dieser Disziplin bleibt immer noch irgendwo

«Freizeit», in der Handarbeitskurse sowie

neu nun auch Computer- und Schreibmaschinenkurse

angeboten werden. Und auch Zeit

für Spiele, Sport, Tanz und das Erlernen traditioneller

indischer Instrumente ist noch vorhanden.

Unterstützung für die Eltern

SACRED kümmert sich nicht nur um Scavenger-

Kinder, sondern auch um deren Eltern. Sie

werden in Erziehungs- und Gesundheitsfragen

unterstützt,

regelmässig von Sozialarbeiterinnen

besucht und nehmen an Eltern-Meetings teil. 12

Eltern haben 2004 eine Selbsthilfe-Spargruppe

gegründet, die seither erfolgreich arbeitet. Jedes

Mitglied zahlt pro Monat 50 Rupien (1.50

Franken) ein und erhält im Gegenzug bei Bedarf

ein kleines Darlehen, z.B. zur Gründung eines

kleinen Geschäfts. Das Darlehen wird mit Zinsen

zurückgezahlt, so dass sich das Sparguthaben

laufend vergrössert.

Einer der Gründe für die Bildung dieser und

anderer Spargruppen ist, dass die Banken nur

sehr widerwillig Mikrokredite für Scavenger bewilligen,

weil diese sie oft nicht zurückbezahlen

können. Etwas besser stehen die Chancen,

wenn Spargruppen einen Kreditantrag stellen.

SACRED lobbyiert bei den Banken für die Scavenger.

Ausblick

Nächstes Jahr kann HEKS das 50-Jahr-Jubiläum

seines Engagements in Indien feiern.

SACRED hat aus diesem Anlass bereits 3000

Baumsetzlinge in verschiedenen Dörfern gepflanzt.

Wir freuen uns schon jetzt, Ihnen im

Bericht 2008 mehr zu diesem Jubiläum erzählen

zu können!